• Fabio Frischauf

Retargeting von Likes, Kommentaren & Nachrichten mit Custom Audiences

Auf Instagram drücken wir gerne schon mal schneller auf das rote Herzchen als auf Facebook. Höheres Engagement in Form von Likes, Kommentaren oder Nachrichten können wir auf Instagram im Vergleich zu vielen anderen Plattformen, trotz sinkender organischer Reichweite, nach wie vor beobachten.


Besonders die Instagram Storys haben dazu beigetragen, dass Personen auf Instagram häufiger Nachrichten an Unternehmen senden. Dies bestätigt unter anderem eine Instagram Case Study mit dem Mode-Label „GAP“.


Screenshot: Business.Instagram.com

Egal, ob Likes, Kommentare oder Nachrichten, mit diesen Interaktionen drücken Personen ein erstes Interesse am Inhalt deines Beitrags oder an deinem Unternehmen aus. Genau dieses bereits erzielte Engagement solltest du nicht ungenutzt lassen. Damit ist gemeint, dass diese interagierenden Personen schon die ersten Schritte im Customer Journey getätigt haben und von dir mithilfe von Retargeting weiter durch deinen Verkaufsprozess geführt werden sollten.


Denn auch, wenn du die Like-Zahlen auf Instagram mittlerweile nicht mehr sehen kannst, heißt das nicht, dass du Personen, die deinen Content liken nicht gezielt erneut ansprechen kannst.


In diesem Artikel lernst du verschiedene Möglichkeiten kennen, wie interaktionsbasierte Custom Audiences für Retargeting auf Instagram eingesetzt werden können.




Engagement Custom Audiences


Die Custom Audiences von Facebook erlauben es dir Zielgruppen aus Personen zu bilden, die bereits einen Kontaktpunkt mit deinem Unternehmen hatten. Da Kontaktpunkte auf verschiedene Arten zu Stande kommen können, gibt es natürlich auch verschiedene Custom Audiences.



Zum einen gibt es Custom Audiences, die sich aus externen Datenquellen erstellen lassen, wie Website-Besucher, E-Mail-Listen oder App-Aktivitäten und zum anderen gibt es Interaktions-Custom-Audiences.

Wir beschäftigen uns hier mit Custom Audiences, die Interaktionsdaten aus deinem Instagram Business-Profil verwenden.



Wieso du Engagement erneut ansprechen solltest?


Personen, die dein Unternehmen bereits kennen oder sich zumindest an dessen Profilname erinnern, sind bereits als Kunde vorqualifizierter, als Personen, für die dein Unternehmensname noch komplett fremd ist. Wenn du gerne den Begriff Funnel benutzt, dann sind interagierende Personen bereits weiter unten im Funnel und schon einige Schritte näher daran, deine zahlenden Kunden zu werden.


Wie bereits erwähnt, entspricht eine Interaktion bereits einem ersten Interesse am Content-Thema, an deinen Produkten oder deinem Unternehmen. Dieses Interesse ist natürlich je nach Interaktionsart unterschiedlich hoch und so ist ein einfaches Like wahrscheinlich weniger wert als, wenn eine Person deinem Unternehmen eine direkte Nachricht schreibt.

Deshalb sollten diese verschiedenen Personengruppen von dir mit verschiedenen Werbebotschaften angesprochen werden.


Zusätzlich spielt bei der Ansprache auch der Zeitraum eine Rolle, wann eine jeweilige Interaktion stattgefunden hat. Denn es ist unwahrscheinlich, dass Personen, die beispielsweise vor einem halben Jahr deinen Beitrag geliked oder kommentiert haben, das gleiche Interesse an deinen Produkten besitzen, wie Personen, die letzte Woche mit deinem Content interagiert haben.


So kannst du mit Custom Audiences ebenfalls definieren, aus welchem Interaktionszeitraum du eine Zielgruppe bilden möchtest.



Benötigst du zwingend viel Engagement für eine Custom Audience?


Die Voraussetzung, um die folgenden Strategien effektiv einsetzten zu können, ist, genug des jeweiligen Engagements angesammelt zu haben, da sonst die zu erstellende Custom Audience zu klein werden kann. Eine Größe von mindestens 500 Personen ist dafür notwendig.



Falls du nicht genug Interaktionen oder Nachrichten verzeichnen kannst, empfehle ich dir zuvor eine Kampagne mit dem Ziel „Interaktionen“ zu schalten, damit anschließend ausreichend Personen erreicht werden können.


Um Nachrichten an dein Instagram-Profil zu erhalten, solltest du dir besonders Story Ads zu Nutze machen, die deine Zielgruppe auf eine kreative Weise dazu anregt, darauf zu antworten.



Beitragsinteraktionen erneut ansprechen


Mit der dieser Custom Audience, kannst du Retargeting für Personen betreiben, die einen deiner Beiträge oder Werbeanzeigen geliked, kommentiert, gespeichert oder selbst nur ein Karussell durchgeklickt haben.




Erstelle dazu unter deinen Zielgruppen im Werbeanzeigenmanager eine neue Custom Audience mit deinem Instagram Business-Profil als Quelle. Anschließend wähle im Drop-Down-Menü die zweite Option aus, um deine Zielgruppe auf Personen zu beschränken, die mit einem deiner Beiträge oder einer Werbeanzeige interagiert haben.


Als nächstes solltest du einen Zeitraum auswählen, der deine Zielgruppe jedoch nicht zu klein werden lässt. Meiner Erfahrung nach, macht es Sinn, verschiedene Custom Audiences aus verschiedenen Zeiträumen von 180, 90, 30, 14 und 7 Tagen zu testen.


Diese Tests richten sich danach, wie häufig dein Unternehmen auf Instagram postet und wie aktiv deine Community ist. Denn, wenn du innerhalb von beispielsweise 7 Tagen nur relativ wenig Engagement erzielst, werden wahrscheinlich für dich erst Zeiträume ab 30 Tage relevant sein.


Wenn du allerdings wie oben beschrieben, zuvor eine Interaktions-Kampagne geschaltet hast und auf diese Werbeanzeige bereits einiges an Interaktionen erhältst, dann kannst du die vergangene Laufzeit dieser Kampagne als ersten Zeitraum verwenden. Damit stellst du sicher, dass du hauptsächlich Personen erreichst, die mit dieser einen Werbeanzeige interagiert haben.



Engagement von Instagram Shoppable Posts


Screenshot: Business.Instagram.com

Besonders, wenn du die Shopping Tags von Instagram in deine Beiträge einbaust und darauf genügend Engagement erzielst, kann es für dich äußerst wirksam sein, daraus eine Custom Audience zu erstellen. Dadurch kannst du, dann interagierenden Personen mit deiner Retargeting-Kampagne die konkreten Produkte erneut zeigen und damit schließlich deine Conversion-Rate positiv beeinflussen.


Am besten du verwendest das Karussell-Format, um deine Produkte zu verlinken, da selbst das durchklicken eines Karussells als Interaktion zählt. Das heißt, Personen müssen nicht mal deinen Shoppable Post liken, kommentieren oder anklicken, sondern einfach nur weiter swipen, um in deine Custom Audience miteingeschlossen zu werden.



Story-Nachrichten erneut ansprechen


Leider gibt es aktuell noch keine direkte Möglichkeit, um eine Custom Audience aus Story-Interaktionen zu bilden. Jedoch kannst du, wenn du bereits häufiger Antworten von deinen Story-Zuschauern erhältst, aus diesen Personen eine Custom Audience erstellen.


Falls du noch nicht genügend organische Antworten auf deine Storys empfängst, kannst du ebenfalls zuerst eine Story-Werbeanzeige mit dem Ziel „Interaktionen“ schalten, die deine Zielgruppe dazu bringt, mit dir via Direct Message zu interagieren. Dadurch kannst du deine Custom Audience füttern und zusätzlich Interessenten für ein bestimmtes Thema oder Produkt ausfindig machen.



Identisch, wie bei der vorherigen Custom Audience kannst du auch hier den Zeitraum danach ausrichten, wie aktiv Personen mit dir via Nachricht interagieren oder welche Laufzeit deine vorangestellte Story-Werbekampagne besitzt.



Last Word


Wie du siehst, kann Retargeting nicht erst eingesetzt werden, wenn Personen etwas in den Warenkorb gelegt haben oder bereits in deiner E-Mail-Liste sind.


Du kannst deine potenziellen Kunden bereits bei ersten kleinen Kontaktpunkten, die auf Instagram geschehen, abholen und diese so schließlich einfacher durch den Rest des Customer Journeys führen.


Somit können Likes, Kommentare, Nachrichten oder nur das Durchklicken von Karussell-Posts, bereits erste Interessenssignale für deine Produkte sein. Die Custom Audiences für Instagram Engagement helfen dir dabei, genau diese Interessenten in eine Zielgruppe zusammenzufassen und mit einer weiteren Werbebotschaft zu retargeten.


Da täglich mehr Werbeanzeigen auf Facebook, Instagram & Co veröffentlicht werden und somit auch der Wettbewerb um einzelne Personengruppen zunimmt, wird es immer schwieriger „kalte“ Zielgruppen zu erreichen.


Aus diesem Grund besitzt jeder noch so kleine Kontaktpunkt zwischen potenziellem Kunden und Unternehmen bedeutendes Potenzial, das von dir nicht unausgeschöpft bleiben sollte.


Wie nutzt du deine Custom Audiences innerhalb des Verkaufsprozesses?


- Fabio



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